- Home
- Zeitschrift
- Archiv
- Leben ohne Papiere.
Jörg Alt SJ
Leben ohne Papiere.
Globalisierung - illegale Migration - Armutsbekämpfung
Es überrascht immer wieder, wie geschickt "illegale" Migranten Elemente der "Globalisierung", nutzen, um ihre Migrationsprojekte zu planen und umzusetzen. Unter Globalisierung wird dabei nicht nur die neoliberale Globalisierung des Wirtschafts- und Finanzsystems verstanden, sondern die generelle "Verdichtung und Beschleunigung grenzüberschreitender Interaktionen, die faktisch oder der Möglichkeit nach alle Individuen, Institutionen und Staaten zu einem komplexen Gefüge wechselseitiger Abhängigkeiten miteinander vernetzen."(1) Das beinhaltet verbesserte Verkehrsinfrastruktur, elektronische Kommunikationsmöglichkeiten, die Ausbreitung von Englisch als Unterrichtsfach und die Intensivierung des grenzübergreifenden Personen- und Warenverkehrs.
Wer sich mit den Zusammenhängen zwischen Globalisierung, illegaler Migration und Armutsbekämpfung befaßt, merkt schnell, daß es dazu kaum empirisch fundierte Informationen gibt; bestenfalls gibt es Forschungen im Bereich legaler Migration. Dies ist nachvollziehbar: "Illegale" Migranten sind stets bemüht, sich vor Sozialwissenschaftlern oder Behörden zu verbergen. Das bedeutet, daß man in diesem Bereich auf sehr fragmentarische Informationen bzw. auf grobe Schätzungen angewiesen ist. Neben der Abschottung des "Illegalenmilieus" gegen Außenseiter spielen hier Definitionen eine Rolle, nämlich, wer genau als "illegaler Migrant" zu gelten hat: Sind etwa bereits Migranten, die im Besitz einer behördlich ausgestellten "Duldung" sind oder lediglich jene, die über keinerlei von den Behörden ausgestellte oder anerkannte Papiere verfügen?
Ein dreijähriger Forschungsaufenthalt in Belize (dem früheren Britisch-Honduras) und in den USA ermöglichte mir einen Einblick in das illegale Migrations - geschehen zwischen Mittelamerika und den Vereinigten Staaten von Amerika. Mit Methoden der qualitativen Sozialforschung wurden Informationen unter "illegalen" Migranten, deren Angehörigen und Experten gesammelt. Die so gewonnenen Erkenntnisse wurden anschließend unter Hinzuziehung von Fachliteratur geprüft, reflektiert und in einen weiteren Kontext gesetzt. Außerdem wurden Ergebnisse früherer Feldstudien unter der Perspektive des geschilderten Forschungsinteresses neu gesichtet und - wo möglich - aktualisiert(2).
10. Todestag
am 17. August 2010:
Roman Bleistein SJ
(1928-2000)
(1928-2000)
von
Andreas R.
Batlogg SJ,
Chefredakteur, München
Roman Bleistein SJ
Von Kirche träumen
Victor Conzemius
Newman und Döllinger.
Hubert Meister
Theologische Implikationen Bachscher Musik
Wir freuen uns, wenn Sie die "Stimmen der Zeit" näher kennen lernen wollen. Mehr...
