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Jörg Alt SJ
Leben ohne Papiere.
Globalisierung - illegale Migration - Armutsbekämpfung
Die gegenwärtige Weltwirtschaftskrise sollte deshalb nicht vergessen lassen, daß es Länder gibt, denen wesentlich weniger Ressourcen zur Verfügung stehen, um mit den Auswirkungen und Folgen dieser Krise fertig zu werden. Einbrüche bei ausländischen Direktinvestitionen, Handelsgewinnen, Rohstoffpreisen und Tourismus - erlösen werden verschärft durch das Ausbleiben von Remissen und (vermutlich trotz aller Beteuerungen) einem Sinken der real verfügbaren Gelder aus der Entwicklungshilfe.
Auf diesem Hintergrund bleibt zu wünschen, daß die Arbeiten der "Leading Group on Solidarity Levies to Fund Development" (Pilotgruppe zu Solidaritätsabgaben) gute Fortschritte machen: Innerhalb dieses Zusammenschlusses von Staaten und Nichtregierungsorganisationen, der sich mit der Erschließung innovativer Finanzierungsquellen für die Entwicklungsarbeit beschäftigt, wird nicht nur nach Wegen gesucht, Migrantenremissen kostengünstiger transferieren zu können, sondern auch, wie man über eine Transaktionssteuer zum Beispiel auf Währungsspekulationen Geld für arme Länder generieren könnte(25). Umfassend angewendet würde eine solche Steuer nicht nur kurzfristige Spekulationen auf den Finanzmärkten verringern und damit zur Stabilität des globalen Finanzsystems beitragen, sondern gleichzeitig reale und einplanbare Geldmittel für Armutsbekämpfung und Entwicklung einbringen. Damit wäre sie auch ein wichtiger Beitrag zur Bekämpfung der Ursachen von Migration.
ANMERKUNGEN
1 Die vielen Gesichter der Globalisierung: Perspektiven einer menschengerechten Weltordnung. Eine Studie der Sachverständigengruppe "Weltwirtschaft und Sozialethik" u. der kirchlichen Werke Adveniat, Caritas international, Misereor, missio Aachen, missio München u. Renovabis (Bonn 1999) 12.
2 Vgl. J. Alt, Illegal in Deutschland (Karlsruhe 1999); ders., Leben in der Schattenwelt (Karlsruhe 2003); ders., Globalisierung - illegale Migration - Armutsbekämpfung (erscheint im November 2009) Kap. 1.
3 Vgl. zur Ukraine: 1. Special Report of the Ukrainian Parliament Commissioner for Human Rights. On the status of observance and protection of the rights of Ukrainian citizens abroad (2003); zu Mexiko: S. Polaski, Jobs, Wages, and Household Income, in: NAFTA's Promise and Reality, hg. v. Carnegie Endowment for International Peace (Washington D. C. 2004) oder A. Portes, NAFTA and Mexican Immigration (Princeton University 2006); zu El Salvador gibt es keine systematischen Studien, vielmehr ist man auf Gespräche und Internetrecherchen angewiesen.
4 J. Stiglitz, Whither reform? Ten years of the transition. Grundsatzrede auf der "World Bank Annual Conference on Development Economics" in Washington D. C., 28. bis 30.4.1999.
5 S. Mahler, Migration and Transnational Issues. Recent Trends and Prospects for 2020. CA 2020 Working Paper Nr. 4, hg. v. Institut für Iberoamerika-Kunde (Hamburg 2000) 10. - Dabei können die Ergebnisse dieser Volkszählungen eher als konservativ bezeichnet werden, da sie "Illegale" nur unzureichend erfassen.
6 D. Kohnert, EU-Africa economic relations: Continuing dominance, traded for aid?: vgl. www.gigahamburg. de/dl/download.php?d=/content/publikationen/pdf/wp82_kohnert.pdf, 16
7 D. Ratha u. S. Mohapatra, Revised Outlook for Remittance Flows 2009-2011, in: Migration and Development 9 (March 23, 2009).
10. Todestag
am 17. August 2010:
Roman Bleistein SJ
(1928-2000)
(1928-2000)
von
Andreas R.
Batlogg SJ,
Chefredakteur, München
Roman Bleistein SJ
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