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Jörg Alt SJ
Leben ohne Papiere.
Globalisierung - illegale Migration - Armutsbekämpfung
ausgebildet, finden aber vor Ort aufgrund einer Jugendarbeitslosigkeit von 39 Prozent keine Arbeit. Deshalb wollen sie ihr Glück in den USA versuchen. Ihr Bild von Amerika und den Lebensverhältnissen dort ist aber entscheidend durch die sich allmählich verbreitenden Videos und DVDs geprägt oder durch Recherchen im (an den Highschools verfügbaren) Internet. Gerade Filme tragen aber dazu bei, daß sie ein unrealistisches, viel zu optimistisches Bild von den USA haben und sich nach einer Migration oft in unerwartet ernüchternden Lebensumständen wiederfinden. Ein letzter - globalisierungsbedingt - typischer Einfluß auf die Entscheidung zu illegaler Migration sind Kontakte mit Touristen, die aufgrund billiger und verbesserter Reiseangebote vermehrt nach Belize kommen, sich mit örtlichen Bewohnern anfreunden, auch nach dem Urlaub per E-mail mit ihnen kommunizieren und sie irgendwann zu sich in die USA einladen. Geschieht dies aber, wandelt sich ein Besuch oft in unerlaubten Aufenthalt und unerlaubte Arbeitsaufnahme.
Mit der Zunahme globaler Vernetzung legen Migranten immer weitere Entfernungen zurück: Im Zentralamerika der 70er Jahre migrierten 50 Prozent der Menschen innerhalb der Region, 50 Prozent verließen sie in Richtung USA. 1980 verließen bereits 80 Prozent der Migranten die Region in Richtung USA, 1990 sogar 93 Prozent(5). Dies ist auch anderswo erkennbar, etwa beim Migrationsgeschehen zwischen Afrika und der Europäischen Union. Allein Marokko registrierte zwischen den Jahren 2000 und 2005 eine Verzehnfachung der über Algerien eingewanderten schwarzafrikanischen Migranten:
"Es gibt gute Gründe zur Annahme, daß diese Tendenz sich beschleunigt, weil das subsaharische Afrika über ein höheres Emigrationspotential in die EU verfügt als jede andere Weltregion. Einige Experten vermuten gar, daß sich die Bevölkerungsbewegungen aus Afrika mittel- und langfristig zu einer der größten in der Geschichte entwickeln könnten."(6)
Wohlgemerkt: mittel- und langfristig. Kurzfristig ist ein Sinken der Migration anzunehmen: Erste Zahlen legen nahe, daß die Neuzuwanderung von "illegalen" Migranten aus Afrika in die Europäische Union aufgrund der Weltwirtschaftskrise abnimmt. Auf dem Hintergrund der Auswirkungen aber, die diese Krise südlich der Sahara haben dürfte, wird dieser Rückgang vermutlich nicht von Dauer sein.
Illegale Migration und Armutsbekämpfung
Illegale Migration hat eine lindernde Auswirkung auf die Armut im Herkunftsland. Zunächst verlassen Menschen das Land, die dort ohnehin keine Arbeit hätten und deshalb ihren Familien zur Last fallen würden. Sodann sind die Gelder, die diese Migranten nach Hause überweisen, von enormer Bedeutung. Diese Rücküberweisungen werden aufgrund der englischen Bezeichnung "remittances" auch als "Remissen" bezeichnet. Nach Weltbankschätzungen handelte es sich hier im Jahr 2008
10. Todestag
am 17. August 2010:
Roman Bleistein SJ
(1928-2000)
(1928-2000)
von
Andreas R.
Batlogg SJ,
Chefredakteur, München
Roman Bleistein SJ
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