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Matthäus Kaiser

Warum dürfen wiederverheiratete Geschiedene (nicht) zu den Sakramenten zugelassen werden?



Das Scheitern einer Ehe wird von den Betroffenen in der Regel schmerzlich erlebt. Viele von ihnen finden in einer Wiederheirat mit einem neuen Partner Heilung der erlittenen Verwundung. In der öffentlichen Meinung haftet heute weder der Scheidung noch der Wiederheirat ein Makel an. Darum wird die herkömmliche Lehre und Praxis der katholischen Kirche hinsichtlich der Wiederheirat Geschiedener weithin nicht mehr verstanden. Lautstark wird eine Änderung verlangt. Da und dort wird gefordert, das Kirchenrecht solle geändert werden, damit Geschiedene, die wieder geheiratet haben, zum Empfang von Sakramenten, zumal der Eucharistie zugelassen werden können. Mit Recht wird darauf hingewiesen, daß jede Sünde, selbst die Sünde des Mordes und auch die Sünde des Ehebruchs, vergeben werden kann.


Die herkömmliche kirchliche Lehre und Praxis


In jüngster Zeit wurde wiederholt in päpstlichen Verlautbarungen die herkömmliche kirchliche Lehre und Praxis als unaufgebbar bekräftigt1. Nach dieser Lehre sind Geschiedene, die vor dem Standesbeamten eine neue Ehe eingehen, nicht von der Kirche ausgeschlossen. Als Getaufte können sie weiterhin am kirchlichen Leben teilnehmen. Aber zum Empfang der Sakramente der Buße und der Eucharistie dürfen sie nur zugelassen werden, wenn sie sich verpflichten, auf die geschlechtliche Vereinigung zu verzichten.


Mit anderen Worten: Nach der herkömmlichen kirchlichen Lehre und Praxis können Geschiedene nach einer Wiederheirat zusammen mit ihrem neuen Partner deswegen nicht zu den Sakramenten der Buße und der Eucharistie zugelassen werden, weil sie ständig in der schweren Sünde des Ehebruchs leben, solange sie Geschlechtsgemeinschaft miteinander pflegen. Darum werden auch Bestimmungen des kirchlichen Gesetzbuchs auf sie angewendet, in denen nicht ausdrücklich von ihnen die Rede ist: Wer hartnäckig in einer offenkundigen schweren Sünde verharrt, darf nicht zur heiligen Kommunion (c. 915) und zur Krankensalbung (c. 1007) zugelassen werden.


Dabei handelt es sich nicht um eine kirchliche Strafe, sondern um eine theologische Konsequenz aus dem Verharren in schwerer Sünde. Daran kann auch kein

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