Matthias Sellmann

Gott ist jung! Kirche auch?

Trends und Projekte in jugendpastoraler Theorie und Praxis


ANMERKUNGEN


1 Vgl. stellvertretend für viele andere die Überlegungen von R. Bucher, Pluralität als epochale Herausforderung, in: Handbuch Praktische Theologie, hg. v. H. Haslinger u.a., Bd. 1 (Mainz 1999) 91-101.
2 Vgl. zu den dogmatischen Grundlagen der Jugendpastoral vor allem die Arbeiten des Salzburger Systematikers Hans-Joachim Sander sowie deren Weiterentwicklung durch den Grazer Pastoraltheologen Rainer Bucher.
3 So Karl Rahner SJ in jenem berührenden Aufsatz, wo er nachweist, daß die Kirche ihre lehramtlichen Einsichten nicht allein aus der Offenbarung beziehen kann und sich damit auf ein "Außen" angewiesen sieht, das sie wiederum nicht selbst kontrollieren kann; vgl. K. Rahner, Zur theologischen Problematik einer "Pastoralkonstitution", in: ders., Schriften zur Theologie, Bd. 7 (Einsiedeln 1976) 613-636, 629. - Der Befund ist insofern bemerkenswert, als Rahner gerade aus diesen offenbarungstheoretischen Gründen heraus vehement gegen die Verabschiedung von "Gaudium et spes" als dogmatische Konstitution opponiert hat. Daß die theologische Theorie gerade um der Geschichtlichkeit der Offenbarung willen in konstitutive Abhängigkeit von weltlichen Größen gerät, wird an wenigen Orten so sichtbar wie in der Jugendpastoral, die damit zu ihrer Weiterentwicklung wie wenige andere pastorale Realitäten genau jenes Theologieprogramm von "Gaudium et spes" zur Bedingung hat, das der nachkonziliaren Kirche nach wie vor so viel Furcht bereitet: Wer mit den Jüngeren in eine offene Suche nach einer für sie nachvollziehbaren Glaubenserfahrung im Möglichkeitsraum der kirchlichen Glaubensgemeinschaft geht, merkt schnell, daß er selbst zum Suchenden wird, dem der Glaube zur Frage wird - und genau das macht ihn zum Zeugen!
4 Vgl. Jugendsurvey des Deutschen Jugendinstituts 1997 und 2003. Weiteres empirisches Material bieten: M. Sellmann, Nietzsches Enkel, Nietzsches Erben. Jugendliche u. die Dispersion des Religiösen, in: prisma 14 (2000) 8-21; ders., Shell-Jugendstudie 2006. Eine pragmatische Generation unter Druck, in dieser Zs. 225 (2007) 65-69; H.-G. Ziebertz, B. Kalbheim u. U. Riegel, Religiöse Signaturen heute. Ein religionspädagogischer Beitrag zur Jugendforschung (Gütersloh 2003); T. Kläden, Wie ticken Jugendliche? Empirische Studien zur Lebenswelt u. Religiosität Jugendlicher u. junger Erwachsener, in: Pastoraltheologische Informationen 29 (2009) 78-90; A. Prokopf, Religiosität Jugendlicher. Eine qualitativempirische Untersuchung auf den Spuren korrelativer Konzeptionen (Stuttgart 2008); A. Feige u. C. Gennerich, Lebensorientierungen Jugendlicher. Alltagsethik, Moral u. Religion in der Wahrnehmung von Berufsschülerinnen u. -schülern in Deutschland (Münster 2008).
5 Vgl. K. Hemmerle, Was fängt die Jugend mit der Kirche an? Was fängt die Kirche mit der Jugend an?, in: IKaZ 12 (1983) 306-317.
6 Vgl. A. 9.
7 Vgl. E. Stams, Das Experiment Jugendkirche. Die ersten Jahre der Jugendkirche TABGHA in Oberhausen. Eine exemplarische Fallstudie zur Problematik jugendpastoraler Neuorientierung (Stuttgart 2008).
8 Vgl. Abduktive Korrelation, hg. v. H.-G. Ziebertz, S. Heil u. A. Prokopf (Münster 2003); M. Sellmann, Identität durch Ausschluß. Systemtheorie als Inspiration der Jugendpastoral, in: Jugend heute - Kirche heute, hg. v. P. Becker u. S. Mokry (Würzburg 2010).
9 Daß im folgenden die gemeinschaftsbezogene Dimension der Jugendpastoral (also die Koinonia) nicht eigens betont wird, soll nicht auf ihre mangelnde Bedeutung verweisen, sondern eher darauf, daß mir die wichtigsten Neuerungen in den anderen Grundvollzügen zu liegen scheinen - die ja ohnehin immer auch an bestimmte Gemeinschaftssettings gebunden sind. Zur unersetzlichen Bereitstellung von gemeinschaftlichen Gruppenangeboten vgl. K. Fauser, A. Fischer u. R. Münchmeier, Jugendliche als Akteure im Verband. Ergebnisse einer empirischen Untersuchung der Evangelischen Jugend (Opladen 2006) bes. 99-110; P. C. Höring, Jugendlichen begegnen. Jugendpastorales Handeln in einer Kirche als Gemeinschaft (Stuttgart 2000).

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