Jürgen Pelzer

"Gehet hin und bloggt!"

Netzinkulturation im Zeitalter des Leitmediums Internet

dürfnis: Es ist die Frage nach dem Selbst; es ist die spannendste Reise, die ein Mensch antreten kann - die Entdeckung und Entwicklung des eigenen Ichs. Das Internet stellt dazu die modernen Möglichkeiten bereit; darum können Jugendliche nur schwer darauf verzichten3.


Soziale Netzwerke als Motor im Internet


Die meistgenutzten Formate im Internet sind die Sozialen Netzwerke; in ihnen sind die Jugendlichen und jungen Erwachsenen präsent: Die einschlägigen Studien gehen von etwa 70 Prozent Nutzern unter den 12- bis 29jährigen aus4. Hinter vielen Netzwerken stehen mittlerweile große Medienkonzerne. So kaufte sich der Holtzbrinck-Konzern im Jahr 2006 für geschätzte 85 Millionen Euro die VZ-Gruppe, zu der die in Deutschland beliebtesten Formate SchuelerVZ, StudiVZ und meinVZ gehören. Eigentümer des vor allem im Südwesten Deutschlands bekannten Netzwerks wer-kennt-wen ist RTL interactive. Das im Süden Deutschlands beliebte soziale Netzwerk Lokalisten.de wird fast zu 90 Prozent von der ProSiebenSat.1 Media AG betrieben.


Soziale Netzwerke liegen in der Nutzergunst gemäß allen Studien ganz weit vorn, vor allem Facebook5. Die Bezeichnung "soziale Netzwerke" ist dabei bewußt der Soziologie entliehen, da die Attraktion dieser Formate im Internet darin besteht, mit anderen Menschen in Kontakt treten oder bleiben zu können.


Wichtig sind dabei folgende Eigenschaften und Möglichkeiten: Erstens kann der Nutzer ein sogenanntes Profil anlegen, in dem er Informationen über sich preisgibt und auch Fotos sowie Videos von sich präsentiert. Die Informationen sind je nach sozialem Netzwerk verschieden: In StudiVZ werden beispielsweise sehr private Dinge wie der Buch- und Musikgeschmack abgefragt, während in dem eher businessorientierten Netzwerk XING ausgesprochen berufsorientierte Daten in den Nutzerprofilen stehen - wie etwa die Berufslaufbahn oder berufliche Referenzen. Als zweites Merkmal haben alle sozialen Netzwerke im Internet Gruppenfunktionen. Der Nutzer kann sich verschiedenen Gruppen zuordnen, und diese erscheinen dann in seinem Profil. Die Gruppen, in denen der Nutzer Mitglied ist, werden in seinem Profil angezeigt. Die Freunde schauen sich dann die Profile an und sehen anhand der verschiedenen Gruppenzugehörigkeiten, wie der jeweilige Profilbesitzer einzuschätzen ist.


Auch andere Formate erfreuen sich großer Beliebtheit, zum Beispiel das der Wikis. Das Wort kommt aus dem Hawaiianischen, wo es so viel wie "schnell" bedeutet. Wikis sind kaum einem Internetnutzer bekannt, und dennoch nutzt fast jeder von ihnen das bekannteste Wiki: die Wikipedia. Gerade bei jungen Internetnutzern ist diese eine der beliebtesten Internetseiten. Dabei ist die Grundidee eines Wikis sehr einfach: Jeder Besucher einer Webseite sollte diese auch schnell bearbeiten kön-

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