Jürgen Pelzer

"Gehet hin und bloggt!"

Netzinkulturation im Zeitalter des Leitmediums Internet


"Die Botschaft selbst muß in diese, von der modernen Kommunikation geschaffene 'neue Kultur' integriert werden."11


In Anlehnung an den Leitbegriff der Inkulturation im heutigen Verständnis der Kirche von Mission läßt sich in bezug auf das Internet folgender Kerngedanke festhalten: Die Internetstrategie der Kirche muß darin bestehen, daß sie eine Netzinkulturation der christlichen Botschaft anstrebt. Dabei ist das Internet nicht als eine neue digitale Anschlagtafel für Neuigkeiten und Informationen zu verstehen, sondern primär als ein lebendiges Austauschforum, in dem Personen interagieren und die Botschaft des Evangeliums jeweils auf ihre milieuspezifische Weise inkulturieren.


"Pope to You": Die Medienstrategie des Vatikans


Der Vatikan begann ab 2008 in einer groß angelegten Internetkampagne "Pope2You", dieser Einsicht in die Möglichkeiten des Internets Rechnung zu tragen. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf dem Einsatz dieser neuen Tools, allen voran des sozialen Netzwerks Facebook12. Ebenfalls setzt der Vatikan auf You-Tube, das Iphone und ein Wiki. Hier fällt sofort auf, daß man beschlossen hat, bereits bestehende Dienste zu nutzen und keine eigenen Pendants zu gründen. Gleich in zwei aufeinanderfolgenden Jahren (2009/10) widmete Papst Benedikt XVI. seine jährliche Botschaft zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel der kirchlichen Nutzung des Internets. Im Jahr 2009 wandte er sich an die gläubigen Jugendlichen unter den Internetnutzern und rief sie dazu auf, auch auf dem "digitalen Kontinent" Zeugnis von dem Glauben abzulegen, der sie bewegt. Das Internet bezeichnete er als ein "Geschenk für die Menschheit" und als mit "enormem Potential ausgestattet".


Im Jahr 2010 richtete der Papst an die Priester eine medial viel beachtete Botschaft und forderte sie auf zu bloggen, also ein öffentliches Internettagebuch zu schreiben und auch die anderen Möglichkeiten des Internets aktiv zu nutzen. Der Vatikan räumt dem Internet theologische Bedeutung ein. Er versteht es als ein Mittel zur Glaubenskommunikation und zum Kontakt mit kirchenfernen Personen. Wie sieht die deutsche Adaption dieser Internetstrategie des Vatikans aus?


Die Kirche in der deutschen Internetlandschaft


Die katholische Kirche in Deutschland arbeitet in vielfacher Weise an der Erstellung und Umsetzung dieser Internetstrategie. Neben großen und wichtigen Portalen wie katholisch.de, rpp-katholisch.de, kirche.tv und anderen werden auch auf institutioneller Ebene Möglichkeiten geschaffen, das Internet als Instrument der Verkündi-

Probeabo bestellen Newsletter bestellen

Unsere Beiträge über das wichtigste Ereignis der katholischen Kirche im 20. Jahrhundert. Mehr...