Jürgen Pelzer

"Gehet hin und bloggt!"

Netzinkulturation im Zeitalter des Leitmediums Internet

foren. Ein interaktiver Engelparcours lotet beispielsweise Möglichkeiten aus, wie auch im 3D Internet Glaube erfahrbar werden kann.


Eigene redaktionell gepflegte und verwaltete Angebote zu erhalten und damit massenmedial über das Internet auf eine möglichst große Öffentlichkeit einzuwirken, ist die eine Seite der kirchlichen Internetstrategie. Die vielen einfachen und dadurch so effizienten Ideen und Projekte an der Basis geschickt zu fördern und zu vernetzen, ist die andere. Denn eine gute Idee für den Interneteinsatz in einer Pfarrei in einem beliebigen Bistum funktioniert meist auch in Pfarreien anderer Bistümer. Die Postmoderne macht vor Bistumsgrenzen nicht Halt; nur müssen die Verantwortlichen in den verschiedenen Bistümern von den guten Ideen in anderen Bistümern wissen, und die hauptamtlichen Mitarbeiter sollten durch Schulungen zumindest einen Einblick in die Möglichkeiten des Internets erhalten.


Die Formate werden mittlerweile fast alle kostenlos zur Nutzung angeboten. In Zeiten immer knapper werdender Finanzmittel der Kirchen legt es sich nahe, auf bestehende Angebote zurückzugreifen. So gibt es kostenlose Anbieter von Wikis (Wikimedia), Blogs (Wordpress, Blogger.com), Webseiten (Drupal Gardens), sozialen Netzwerken (Ning) und anderen. Die großen sozialen Netzwerke sind in ihren Funktionen per se meist kostenlos. Damit bietet sich für Pfarreien und kleinere kirchliche Einrichtungen eine Infrastruktur an, die früher nur mit mittleren Finanzetats zu bewerkstelligen war.


Ein weiterer Trend in der kirchlichen Internetnutzung ist die Konzentration auf lizenzfreie Open Source Software. Anders als proprietäre Software, für die oftmals horrende Lizenzkosten und ein hoher Programmieraufwand für Updates und Neuerungen anfallen, bietet Open Source Software die Möglichkeit, eine zukunftssichere und kostengünstige Software zu nutzen. Open Source Software liegt im Trend, denn es steht nicht eine Firma im Hintergrund, die sie entwickelt, sondern eine freie Entwicklergemeinde. Dies ist der Grundgedanke von Open Source: Der Quellcode der Software liegt offen im Netz; jeder kann ihn weiterentwickeln. Anders bei proprietärer Software: Hier ist der Code nur einer kleinen Gemeinde von bezahlten Entwicklern bekannt. Die Internetseiten vieler Bistümer laufen auf Open Source Systemen, wie beispielsweise im Erzbistum Köln, das auf dem OpenCMS System aufbaut. Das eigentliche große "Geschenk", welches das Internet nach Benedikt XVI. darstellt, liegt aber in seiner theologischen Bedeutung für die Kirche.


Das Paradigma der Netzinkulturation


Das Internet hat sich von einer Anschlagtafel zu einem sehr personenzentrierten Kommunikationsmittel weiterentwickelt. Der Begriff der persönlichen Öffentlichkeit prägt mittlerweile die Debatte: Ab dem Jahr 2000 begannen die kommunikativen Dienste ihren Siegeszug, die es Nutzern ermöglichten, mit einfachen

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