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Andreas R. Batlogg SJ

Einen neuen Aufbruch wagen - ergebnisoffen?



In der Quadratestadt Mannheim findet vom 16. bis 20. Mai 2012 der 98. Deutsche Katholikentag statt. Er steht unter dem Leitwort "Einen neuen Aufbruch wagen", das ausdrücklich Bezug nimmt auf die "Belastungen und Verwerfungen des 'Skandaljahres' 2010". Der Aufbruch erfolge, so Stefan-Bernhard Eirich, Rektor im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), "in großer Nachdenklichkeit und mit einem tastenden Dialog zwischen Laien und Klerikern, Verantwortungsträgern und 'einfachen Gläubigen' im Volk Gottes". Das ist gewinnend formuliert. ZdK-Präsident Alois Glück wird mit den Worten zitiert, man wolle "ein Zeichen setzen, daß wir zu Reformen bereit sind und einen neuen Aufbruch wagen wollen".


Katholikentage sind in Deutschland seit mehr als 160 Jahren auch ein Stimmungsbarometer für das, was sich an - oft ungeahnt reichhaltigem - Leben in der Kirche tut, wie Mystik und Politik zusammenfinden. Es wird spannend sein zu erleben, wie sich der von den Bischöfen angestoßene, auf drei Jahre angesetzte Dialogprozeß weiter entwickelt. "Nichts", so Eirich, "ist mit Blick auf das Motto des Mannheimer Katholikentages mehr zu wünschen, als daß die katholische Kirche in Deutschland sich ergebnisoffen und mit einem neuen Blick auf bisherige Sicherheiten in den Aufbruch hinein wagt und so all jenen ein kraftvoll lebendiges Gegenzeugnis gibt, die sie längst für erstarrt halten." Seitens der Bischöfe kommt es nach Kardinal Reinhard Marx nun darauf an zu schauen, "wie wir aus der Dynamik der Standortbestimmung Schwerpunktthemen gewinnen. Alle zentralen Themen sollen bei diesem mehrjährigen Prozeß Raum finden."


Nach der Auftaktveranstaltung vom Juli 2011 sind für September 2012, 2013 und 2014 drei Jahrestreffen geplant, die sich drei Themenkomplexen zuwenden sollen: "Gemeinsame Verantwortung aller Getauften in der Kirche" (Participatio), "Barmherziger Umgang mit gebrochenen Biographien" (Compassio) und "Kommunikationsfähigkeit der Kirche" (Communicatio). Vor dem Hintergrund mancher inzwischen geäußerter Kommentare muß man fragen: Werden und können wirklich alle Themen oder nur ausgesuchte auf den Tisch kommen? Wer bestimmt, was "zentrale" oder lediglich Randthemen sind, die angeblich keine Priorität haben? Gibt es "verbotene", den Bischöfen "reservierte" Themen? Und: Was heißt "ergebnisoffen"?


Die längst nicht nur aufgrund des Priestermangels dramatische, sich zuspitzende pastorale Not in Deutschland hat zu Umbrüchen von noch nie dagewesenen Ausmaßen geführt, die häufig mit der Lage der Kirche um das Konzil von Trient (1545-1563) verglichen werden. Die "Volkskirche" ist weitgehend passé, damit verbundene Mentalitäten nicht. Unterwegs zu einem "Entscheidungs-" oder "Wahlchristentum", von dem Karl Rahner SJ bereits in den 50er Jahren und unter anders gelagerten Voraus-

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Andreas R. Batlogg SJ


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